Diensthaftpflichtversicherung

Allgemeine Informationen

Beamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst wissen oft nicht, dass Sie von ihrem Arbeitgeber zur vollständigen oder teilweisen Zahlung eines Schadens herangezogen werden können, wenn sie in ihrem Beruf einen groben Verstoß begehen.

Mit einer Diensthaftpflichtversicherung können Sie für Ihre als Beamte oder im öffentlichen Dienst tätigen Kunden genau solche Ansprüche aus Personen-, Sach- und Vermögensschäden abdecken. Im Rahmen der vereinbarten Versicherungssummen und Höchstentschädigungsgrenzen ist dabei auch die Haftung aus all jenen Schäden mitversichert, die dem Dienstherrn oder Arbeitgeber unmittelbar zugefügt werden.

Generell gilt: Nach § 48 Beamtenstatusgesetz (BeamtStG) haftet der Beamte oder der öffentlich Bedienstete für Schäden, die in Ausübung seines Dienstes aufgetreten sind. Bei solchen Schäden kann der Dienstherr Regress nehmen oder Ansprüche aus dem Schaden können direkt vom Geschädigten gestellt werden. Gerade bei einer grob fahrlässig herbeigeführten Pflichtverletzung haftet der Bedienstete uneingeschränkt und muss den vollen Schaden übernehmen. Alle, die nicht als Beamte oder im öffentlichen Dienst tätig sind, gelten wiederum als Erfüllungsgehilfen und können laut BGB für ihre verursachten Schäden nicht in Regress genommen werden.

Der Bereich der Diensthaftpflichtversicherung kann im Rahmen einer Privathaftpflichtversicherung mit mehreren Bausteinen ergänzt werden, um eine volle Absicherung zu gewährleisten. Ein Richter benötigt beispielsweise eine Vermögensschadenhaftpflicht, ein Polizist sollte wiederum seine Führungs- und Einsatzmittel absichern. Diese Differenzierungen sind notwendig, weil die einzelnen Berufe unterschiedliche Risiken mit sich bringen und die im Dienst tätigen jeweils extra geschützt werden müssen.

Um sich vor dem erhöhten Haftungsrisiko während der Arbeitszeit zu schützen und etwaige finanzielle Folgen aufzufangen, sollte also jeder Beamte eine Diensthaftpflichtversicherung abschließen.

Ansprechpartner und Formulare

Ansprechpartner:

Abwicklungshinweise

Eine Diensthaftpflichtversicherung wird immer als Zusatzbaustein zur Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen.

Falls Ihr Kunde als Verwaltungsangestellte/-r oder Lehrer/-in tätig ist, können Sie über das Sach-Modul von Softfair ganz bequem einen Vergleich erstellen und den Antrag online abschließen. Andernfalls finden Sie unter Ansprechpartner und Formulare die passenden Anträge.

Produktwissen

Sicherheit:
Vor allem Beamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst, die im Sicherheitsbereich tätig sind, benötigen den extra Baustein „Sicherheit“. Aufgrund des Gebrauchs von Waffen, Maschinenpistolen oder Karabinern ist hier ein höheres Risiko vorhanden, das speziell abzusichern ist.

Geräte- und Geräteregresshaftpflichtversicherung:
Ein typischer Schaden, den ein Beamter oder Beschäftigter im öffentlichen Dienst meist selbst tragen muss, ist der Verlust von Teilen seiner Ausrüstung. Verliert ein Polizist zum Beispiel seine Handschellen, so muss er diese entweder ersetzen oder möglicherweise seinem Dienstherrn erstatten.

Führen von Hunden:
Auch das Führen oder Beaufsichtigen von Tieren im Rahmen des Beschäftigungsverhältnisses kann in der Diensthaftpflicht eingeschlossen werden. Sollten Sie Kunden haben, die bei der Polizei, beim Zoll oder der Bundeswehr tätig sind, dann ist dieser Bestandteil besonders wichtig.

Personenschäden:
Verursacht ein Beschäftigter während seiner Dienstzeit Schäden an Personen, so zieht das meist enorme Folgen nach sich. Entsteht der Schaden durch das Auslösen einer Waffe oder etwaiges Fehlverhalten, dann können die Auswirkungen von noch größerer Tragweite sein. Ein Risiko, das Sie für Ihren Kunden absichern können.

Vermögensschäden:
Gerade Beschäftigte aus dem Finanzsektor sollten sich mit einer extra Vermögensschadenhaftpflicht absichern. Egal ob Sie Kunden haben, die als Angestellte beim Finanzamt oder als Richter tätig sind – eine falsche Entscheidung kann hier einen Vermögensschaden auslösen, den Ihr Kunde dann gegebenenfalls mittragen muss.

Grobe Fahrlässigkeit:
Grobe Fahrlässigkeit ist gesetzlich nicht definiert. Sie wird angenommen, wenn die im rechtlichen Verkehr erforderliche Sorgfalt in ungewöhnlich hohem Maße verletzt wurde oder wenn naheliegende Überlegungen nicht angestellt wurden. Laut Gesetzbuch ist der Beamte oder Angestellte im öffentlichen Dienst in vollem Umfang haftbar, wenn er grob fahrlässig gehandelt hat.

Hoheitliche Verrichtungen:
Hierbei handelt es sich um Tätigkeiten des Staates, bei denen der Staat dem Bürger in einem Über-Unterordnungs-Verhältnis gegenübersteht. Dazu zählt unter anderem der Hoheitsakt der Legislative (Erlass von Gesetzen), der Exekutive (z. B. Verwaltungsakte/Baugenehmigungen) und der Judikative (z. B. gerichtliche Entscheidungen).

Fiskalische Verrichtungen:
Fiskalische Verrichten sind Tätigkeiten der öffentlichen Verwaltung, in denen die Verwaltung privatrechtlich und damit nicht als Hoheitsträger agiert. Das ist unter anderem bei privatrechtlichen Hilfsgeschäften (z. B. Einkauf von Büromaterial), Auftragsvergaben (z. B. Bauvorhaben) und erwerbswirtschaftlichen Tätigkeiten (z. B. Betreiben kommunaler Unternehmen) der Fall.